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| Der Moloch Gesundheitsfond |
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Bislang wurden die Beiträge zur gesetzlichen Kasse immer von der jeweiligen Kasse direkt eingezogen. Diese Kasse hat dann für jeden gesetzlich Versicherten für die ambulante Versorgung einen bestimmten Betrag an die "Geldverwaltung der Ärzte" die KV überwiesen. Dieser Betrag hat sich von Kasse zu Kasse z.T. erheblich unterschieden. Allerdings haben sich die Beitragssätze der einzelnen Kassen auch erheblich unterschieden. Das läuft jetzt anders.
Ab dem 1.1.2009 zieht der "Fonds" 15.5% Einheitsbeitrag von jedem gesetzlich Versicherten und den Arbeitgebern zentral ein. Zusätzlich fliessen Steuergelder in den Fonds, z.B. 2009 circa 3 Mrd. Euro. Der Fonds verteilt dann an jede Kasse pro Kopf einen einheitlichen Betrag pro Versicherten. Sollte die Kasse mit den zugeteilten Mitteln nicht auskommen, ist diese berechtigt, von den Versicherten bis zu 1% des Einkommens direkt zu verlangen. Diese Zusatzbeiträge werden jedoch nur von den Versicherten getragen, die Beiträge der Arbeitgeber sind auf die ursprünglichen 7.75% eingefroren. Sollte der Fonds 2 Jahre hintereinander seine Ausgaben nicht zu mindestens 95% abdecken können, wird ein neuer Beitragssatz ermittelt und erhoben. Diese Erhöhung ist selbst nach Meinung von SDP Politikern sicher, da dieses Instrument nicht sicher genug kalkuliert worden ist.
Kritikpunkte an dem Modell gibt es genug:
- Schaffung eines zusätzlichen Verwaltungsapparates, welcher enorme Summen verschlingen wird. Die Verwaltung der Kassen bleibt bis auf weiteres bestehen.
- Die z.T. völlig unterschiedliche Kostenstruktur der Versicherten in den einzelnen Kassen wird unzulänglich berücksichtigt. So hat die AOK generell "teurere Patienten" als z.B. eine relativ kleine BKK.
- Die wachsende Alterspyramide, d.h. die stark alternde Gesellschaft mit immer weniger arbeitenden Menschen wird nicht abgebildet. Je älter ein Mensch wird, umso höher sind seine Gesundheitskosten, ab der Rente sind seine Beiträge aber gering. Das ist seit Jahrzehnten bekannt, von der Politik wird aber nicht adäquat darauf reagiert. So werden die Sozialkosten in Zukunft erheblich steigen müssen, wenn dieses bestehende System weitergeführt werden wird.
