Wie die Politik die Wahrheit biegt

Wie die Politik die Wahrheit biegt.

Ärzte verdienen viel, viel zu viel. Um jedem dieses klar zu machen, greifen entsprechende Stellen immer gerne zu den drastischen Mitteln des "Gehaltsvergleiches". Es schwirren Worte durch den Raum, wie Brutto, Netto, Gewinn und Verdienst.

Da Politiker offensichtlich keine oder nur eine geringe Ahnung von Wirtschaft haben, bringen Sie jeden Tag Äpfel mit Birnen durcheinandern. Ein paar prinzipielle Darstellungen:

  • Brutto und Netto gibt es bei Selbständigen nicht, es sei denn beim Preis einer verkauften Ware. Das wäre dann der Preis mit oder ohne Mehrwertsteuer.

Daher hat ein Selbstständiger:

  • Umsatz - also alle Einnahmen
  • Betriebskosten - also alle Ausgaben, die mit der Erbringung der Leistung im Zusammenhang stehen (Personal, Waren, Miete, etc.)
  • Überschuss - also Einnahmen minus Betriebskosten

Dieser Überschuss ist vergleichbar mit dem Bruttoeinkommen eines Angestellten und muss entsprechend Versteuert werden. Es gibt jedoch eklatante Unterschiede.

Ein Selbständiger hat weitere Abzüge, die ein Angestellter nicht oder in der Form nicht hat:

  • Finanzierungskosten
  • Rücklagen für Neuanschaffungen, Renovierungen oder Reparaturen
  • Sozialkosten (Rente, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung ) werden vollständig und nicht zu 50% selbst getragen, d.h. doppelt so hohe Kosten

Erst wenn der Überschuss versteuert und um diese Zusatzkosten bereinigt ist, kann mann vom Gewinn sprechen, dem eigentlichen Einkommen eines Selbständigen. Wenn also z.B. der Spiegel von einem Einkommen von 120.000 Euro einer Frauenärztin berichtet, ist diese glattweg gelogen, da auch dem Spiegel bekannt sein dürfte, dass der von ihm berechnete Überschuss nicht das Einkommen darstellt.