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Amniozentese
Eine Amniozentese im 2. Trimenon ist mit einem Abortrisiko von 0,5 bis 1,0 % behaftet. Wenn eine Frühamniozentese nach der SSW 11 + 0 durchgeführt und die aspirierte Fruchtwassermenge auf 10 ml begrenzt werden, ist das Risiko eines Aborts < 1 %. Eine Amniozentese vor der SSW 11 + 0 hat ein deutlich erhöhtes Abortrisiko und kann durch die diagnostischgleichwertige Chorionzottenbiopsie ersetzt werden.
Chorionzottenbiopsie
Das Abortrisiko durch Chorionzottenbiopsie ist an entsprechend ausgewiesenen Zentren nicht höher als das bei Amniozentese.
Chordozentese
Das Risiko eines Aborts oder intrauterinen Fruchttodes bei der Chordozentese ist indikationsabhängig.
Fetoskopie
Das Abortrisiko einer Fetoskopie bis zur 28. SSW in Zusammenhang mit einer Hautbiopsie beträgt 2 bis 3%.
4. Nachsorge
Die Nachsorge nach Abbruch der Schwangerschaft oder Geburt eines kranken Kindes sollte umfassen:
- sorgfältige Dokumentation des klinischen Befundes, gegebenenfalls fotografisch, röntgenologisch und fetalpathologisch,
- Bestätigung, Ergänzung oder Korrektur des pränatal erhobenen Befundes,
- genetische Beratung der Eltern,
- Beratung über mögliche gezielte pränatale diagnostische Maßnahmen bei nachfolgenden Schwangerschaften und gegebenenfalls bei Schwangerschaften weiterer Nachkommen,
- begleitende - gegebenenfalls psychotherapeutische - Betreuung.
5. Präimplantationsdiagnostik
Die
In-vitro-Fertilisation erlaubt es, unter Einsatz hochempfindlicher
molekulargenetischer Methoden an einzelnen, dem Embryo entnommenen
Zellen eine genetische Diagnostik vorzunehmen
(Präimplantationsdiagnostik). In anderen europäischen Ländern, wie zum
Beipiel Großbritannien, Belgien und den Niederlanden, ist die
Präimplantationsdiagnostik ethisch und juristisch akzeptiert und wird
praktiziert. In Deutschland regelt das Embryonenschutzgesetz den Umgang
mit Embryonen. Ob danach eine Präimplantationsdiagnostik zulässig ist,
ist umstritten.
