Wie der Branchendienst der Apotheken meldet, wird ab dem 1.6.2011 bundesweit mit chaotischen Zuständen in den Deutschen Apotheken gerechnet. Grund sind die extrem spät durch das OLG Düsseldorf genehmigten Rabattverträge der AOK mit mehreren Pharmaherstellern.
Wie kommt's? Ncht nur die AOK, sondern auch andere Kassen schließen mit verschiedenen Pharmaherstellern (häufig kleinere Firmen) Exklusivverträge - s.g. Rabattverträge über Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen ab. Dadurch erhöht sich der Umsatz dieser Firmen beträchtlich, als Gegenleistung bekommen die Kassen erhebliche Rabatte duch diese Sonderform des "Sammeleinkaufes" eingeräumt.
Leider haben genau diese zukünftigen Vertragspartner der AOK auch Verträge mit anderen, größeren Kassen, welche jedoch selten mehr als 20% Mitglieder der Anzahl der AOK vorweisen können.
Da der Vertrag so spät genehmigt wurde, wurde auch mit der entsprechenden Produktion sehr spät begonnen was zu einem Mangel an Medikamenten in den Apotheken führen wird. Die Kassen haben sich aber in den Verträgen die Lieferbarkeit garantieren lassen und können einen Hersteller bei einer Zuwiederhandlung in Regress nehmen. Bedeutet: Wenn alle AOK Mitglieder das Medikament X in den Apotheken aufgekauft haben, bleibt für DAK/TK oder ähnliche akut nichts übrig. Das bedeutet eine Vertragsverletzung und es droht ein Regress.
Kommt einem ein bisschen wie das Märchen vom süßen Brei vor, wenn nicht die Patienten auf der Strecke blieben; diese werden sich auf reichlich Diskussionen einstellen müssen.
