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| Gesundheitsreform steht? |
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Der Bundestag hat die Gesundheitsreform beschlossen. Damit kommen auf alle Patientinnen und Patienten erheblich höhere Belastungen zu, so erwarten Vertreter der großen Kassen. Gründe sind vielfältig:
Zum einen sollen alle Kassen bis Ende 2007 entschuldet sein. Das heißt nichts anderes als Abbau der Schulden durch geringere Ausgaben oder höhere Beiträge. Noch weniger Geld werden die Kassen kaum ausgeben können, dann werden die Kassenmitglieder wohl rebellisch. Gleiches wird aber auch für die Erhöhung der Beiträge gelten, nichts anderes bedeutet eine Verbesserung der Einnahmenseite.
Ab 2009 soll dann die Finanzierung durch einen großen Topf - den Fonds - erfolgen. Aus diesem Topf bekommt in Zukunft jede Kasse pro Mitglied einen gleichgroßen Betrag X für jedes Mitglied. Sollte die Kasse damit nicht auskommen, z.B. weil die Kosten höher sind, dann darf eine Kasse einen Sonderzuschlag direkt vom Kassenmitglied erheben.
Was heißt das für die Kassen?
- Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden einen Job verlieren, da ihre Arbeit durch den Fonds übernommen wird. Stattdessen werden unsinnigerweise tausende von neuen Jobs in der "Fondsgesellschaft" geschaffen, welche jetzt die Verteilung des Geldes übernehmen.
- Es werden einige Kasse pleite gehen.
- Der Grund ist einfach. Kommt eine Kasse mit dem zugewiesenen Geld nicht aus, folgt ein Aufschlag auf den Beitrag der Mitglieder. Dieser berechtigt dann die Mitglieder zu einem Kassenwechsel zu einer günstigeren Kasse. Damit werden "teueren" Kassen wie z.B. die AOK in Zukunft in Scharen die Mitglieder weglaufen. Die verbleibenden sind aber immer noch so teuer, dass die Kasse mit dem Beitrag immer noch nicht auskommen wird, eine Erhöhung wird unausweichlich sein. Oder die Kasse geht Pleite.
- Die Kassen werden im Service sparen. Warum?
- Weil die Kassen heute mittlerweile bis zu 20% der Einnahmen in der eigenen Verwaltung ausgeben. Die wird abgebaut werden müssen, da bei den Leistungen kaum noch Einsparungen möglich sind.
- Es werden "Billigkassen" entstehen, die günstig sind, weil sie billig sind. Wie z.B. ein Discounter im Verlgeich zu einem Fachgeschäft.
- Damit werden auch Billigleistungen entstehen oder Leistungen komplett gekürzt werden.
- Damit werden auch Billigleistungen entstehen oder Leistungen komplett gekürzt werden.
Was heißt das für die Patientinnen und Patienten?
- Mitglieder von hochverschuldeten Kassen werden sich auf drastische Beitragserhöhungen gefasst machen. Die AOK in Sachsen spricht von bis zu 3.1%!
- Der Grund liegt in der gesetzlich vorgeschriebenen Entschuldung.
- Auch ohne die Entschuldung wird es erheblich teurer werden.
- Der Grund? Der Arbeitgeberanteil wird eingefroren, alle Steigerungen werden durch die Kassenmitglieder getragen!
- Alle Mitglieder von teuren Kassen können zu "Billigkassen" wechseln, dürfen sich dann aber auf Leistungskürzungen einstellen.
- Der Grund liegt ganz einfach in der Einheitsprämie, welche jede Kasse bekommt. Wenn jemand billig ist, wird dieser an den Leistungen sparen. Sei es Service oder Krankheitsleistungen.
- Aufgrund zunehmender Pleiten in der Ärzteschaft wird eine wohnortnahe Versorgung in naher Zukunft zusammenbrechen. Die gute alte "Poliklinik" der Ex-DDR feiert Urständ. Das ist keine Fata Morgana sondern in Landstrichen wie Nordhessen oder in vielen Gebieten von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg etc heute schon Realität. Die Bildung von Versorgungszentren ist auch ein vordringliches Ziel vom Bundesgesundheitsministerium. Fahrtwege von 50 Km und mehr zum Haus- oder Facharzt sind dabei zumutbar.
Was jeißt das für Ihren Arzt?
- In Zukunft wird Ihr Arzt noch erheblich weniger Geld von den Kassen bekommen,.
- Der Grund? Da die Pauschale des Fonds an die einzelnen Kassen sicher deutlich unter den jetzigen Pauschalen liegen wird, werden die Kassen ebenfalls weniger an ihren Arzt ausschütten.
- Viele Ärzte werden noch mehr als bisher Ihre Leistunge einschränken müssen. Dazu gehören Öffnungszeiten, Sprechzeiten am Telefon, Behandlungszeiten etc.
- Der Grund? Ärzte können heutzutagen häufg nur noch an teuren "Kostenfaktoren" wie z.B. Personal sparen. Wenn kein Personal vorhanden ist, werden die anfallenden Arbeiten vom Arzt/der Ärztin selber gemacht werden müssen. Diese Zeit steht dann nicht mehr für die Behandlung von Patientinnen/Patienten zur Verfügung.
- Viele Ärzte wird es spätestens ab 2009 nicht mehr geben!
- Der Grund? Schon heute sind die Pauschalen im Kassenektor für viele Ärzte nicht mehr kostendeckend. Sie leben von Selbstzahlerleistungen oder von Privatpatientinnen/Privatpatienten. Sollten die Einnahmen im Kassensektor noch drastischer als bisher fallen, dann stünden noch mehr Praxen als bisher vor dem Aus.
