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Vorsorge Screening - Nutzen oder Schaden?

Der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Gesundheitsreform bringt es schwarz auf weiß. Wer seine Vorsorgen, gerade als chronisch Erkrankter, nicht nutzt, soll Leistungen gestrichen bekommen.
Leider ist jedoch gar nicht klar, ob und wieviel eine Vorsorge bringt.
So berichtet das renommierte  Nordic Cochrane Centre in einem Artikel über den Sinn und eventuellen Unsinn oder das Risiko einer Screening Mammographie aller Frauen zwischen dem 50.-69. Lebensjahr. Diese regelmäßige Untersuchungsform wird gerade in Deutschland bundesweit Stück für Stück eingeführt.

Wenn 2 000 Frauen zehn Jahre lang im Screening-Programm sind, überlebt eine von ihnen länger. Dagegen steht das Risiko der Strahlenbelastung und der sogenannten Falsch-positiven Befunde. Circa 0.5% aller Frauen bekommen nur durch die Untersuchung einen falschen Befund.; d.h. ein Befund der sich später als unauffällig entpuppt, jedoch eine Abklärung erforderlich macht. Damit verbunden sind dementsprechende psychische Belastungen. Der Artikel schließt mit der Frage: Nutzen oder Schaden?

Eine andere Form eines strukturierten Vorsorgeprgrammes ist die Vorsorgedarmspiegelung. Zwischen dem 56. und 65. Lebensjahr haben seit 2002 in Deutschland alle Kassenmitglieder alle 10 Jahre darauf einen Anspruch.
Dieses Programm scheint erheblich mehr Vor- als Nachteile zu haben. So berichtete die University of California von einem Rückgang der Darmkrebsfälle von 42/100.000 pro Jahr auf 38/100.000 pro Jahr, was auf die Bundesrepublik hochgerechnet  immerhin etwa 2.400 Darmkrebsfälle pro Jahr weniger wären!