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Einführung
Die
pränatale Medizin dient der Betreuung der ratsuchenden Schwangeren und
des Ungeborenen. Die pränatale Diagnostik ist ein wesentlicher
Bestandteil der pränatalen Medizin. Sie beinhaltet in Anlehnung an die
Definition der "European Study Group on Prenatal Diagnosis" (1) alle
die diagnostischen Maßnahmen, durch die morphologische, strukturelle,
funktionelle, chromosomale und molekulare Störungen vor der Geburt
erkannt oder ausgeschlossen werden können. Bei ihrer Einführung stand
neben der Absicht, die perinatale Morbidität und Mortalität zu
reduzieren, die Klärung des Risikos für spezifisch genetisch bedingte
Erkrankungen im Einzelfall im Vordergrund. Mit dem Fortschritt der
medizinischen Wissenschaften wurde auch die pränatale Diagnostik
weiterentwickelt. Durch die Ultraschalltechnik ist der Fetus aus seiner
pränatalen Anonymität herausgetreten und bereits vor der Geburt zum
bildlich dokumentierbaren Individuum und im Krankheitsfall zum
Patienten geworden. Die strenge Einhaltung einer unteren Altersgrenze
der Schwangeren als definierte medizinische Indikation zur invasiven
pränatalen Diagnostik, die auf das altersabhängig erhöhte Risiko der
Mutter für Chromosomenanomalien des Kindes abhob, wurde inzwischen
verlassen. Dies führte zu einem Anstieg invasiver diagnostischer
Maßnahmen auch bei jüngeren Frauen und zu einer Abnahme pathologischer
Chromosomenbefunde. Durch Vorschaltung des Tripel-Tests und der frühen
Ultraschalldiagnostik ist die Zahl invasiver pränataler diagnostischer
Eingriffe bei jüngeren Schwangeren wieder rückläufig.
Heute
ist eine pränatale Diagnostik angezeigt bei risikobehafteter
beziehungsweise klinisch auffälliger Schwangerschaft und wenn bei der
Betreuung der Schwangeren im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien
Entwicklungsstörungen des Kindes auffallen. Keine Maßnahme der
pränatalen Diagnostik hat eine eugenische Zielsetzung.
1. Ziele der pränatalen Diagnostik
Ziele der pränatalen Diagnostik sind:
- Störungen der embryonalen und fetalen Entwicklung zu erkennen,
- durch
Früherkennung von Fehlentwicklungen eine optimale Behandlung der
Schwangeren und des (ungeborenen) Kindes zu ermöglichen,
- Befürchtungen und Sorgen der Schwangeren zu objektivieren und abzubauen und
- Schwangeren
Hilfe bei der Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch der
Schwangerschaft zu geben.
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