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Die
grundsätzliche Anerkennung des elterlichen Wunsches nach einem gesunden
Kind kann zu einem Konflikt mit der grundsätzlichen Anerkennung des
Schutzbedürfnisses des Ungeborenen führen. Aus der pränatalen
Diagnostik gewonnene Erkenntnisse und deren Bewertung rechtfertigen
allein nicht, zu einem Schwangerschaftsabbruch zu raten, ihn zu fordern
oder durchzusetzen. Hingegen ist die Entscheidung einer Schwangeren für
einen Abbruch der Schwangerschaft vom Arzt zu respektieren.
Die
menschlichen, ethischen und juristischen Probleme der pränatalen
Diagnostik erfordern fachliche Erfahrung und nachgewiesene Kompetenz
sowie in der Regel eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen
Gynäkologen, Humangenetikern, Neonatologen und gegebenenfalls
Spezialisten anderer Fachgebiete.
2. Information und Beratung der Schwangeren
Die
Komplexität der pränatalen Diagnostik erfordert es, daß die Schwangere
von dem Zeitpunkt an, zu dem sie ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt,
beratend und informierend begleitet wird. Dabei ist der Beratungs- und
Informationsbedarf zu verschiedenen Zeitpunkten während und nach der
Schwangerschaft unterschiedlich.
2.1 Beratung bei ungezielter pränatale Diagnostik
Die
ungezielte pränatale Diagnostik, wie zum Beispiel die im Mutterpass
verankerten Ultraschalluntersuchungen auf Entwicklungsstörungen, obwohl
nicht mit einem spezifischen körperlichen Risiko verbunden, bedarf
gleichwohl einer aufklärenden Beratung.
2.2 Beratung bei gezielter pränatale Diagnostik
Die Schwangere soll vor Durchführung einer gezielten pränatalen Diagnostik ausführlich beraten werden über
- Anlaß für die Untersuchung,
- Ziel der Untersuchung,
- Risiko der Untersuchung,
- Grenzen der pränatalen diagnostischen Möglichkeiten und pränatal nicht erfaßbare Störungen,
- Sicherheit des Untersuchungsergebnisses,
- Art und Schweregrad möglicher oder vermuteter Störungen,
- Möglichkeiten des Vorgehens bei einem pathologischen Befund,
- psychologisches und ethisches Konfliktpotential bei Vorliegen eines pathologischen Befundes,
- Alternativen zur Nicht-Inanspruchnahme der invasiven pränatalen Diagnostik.
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