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3.2.2 Methoden der Risikospezifizierung
Bei
der pränatalen Risiko-Ermittlung kann die Untersuchung biochemischer
Marker, zum Beispiel Tripel-Test, hilfreich sein.
Dieser umfaßt die Bestimmung im mütterlichen Serum von
- Alpha-Fetoprotein (AFP),
- Choriongonadotropin (HCG) und
- unkonjugiertes (= freies) Östriol.
Anmerkung:
Der
Test kann in unterschiedlichen Laboratorien mit unterschiedlichen
Reagenzien durchgeführt werden, was zu unterschiedlichen
methodenabhängigen Bewertungsbereichen führen kann. Daher können die
erhaltenen Werte zur Zeit nur als Vielfaches der Referenzbereiche
(multiple of medians = MOM) angegeben werden. Die Anwendung
einheitlicher Testsysteme ist anzustreben, um - vom jeweiligen Labor
unabhängig - zu verläßlichen und reproduzierbaren Meßwerten zu kommen.
Das Ergebnis einer gewichteten Auswertung aller drei Komponenten des
Tripel-Tests ermöglicht unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht
der Mutter und der möglichst genau zu bestimmenden
Schwangerschaftsdauer eine im Vergleich zur alleinigen Berücksichtigung
des mütterlichen Alters genauere Ermittlung des Risikos, ob bei dem zu
erwartenden Kind ein Down-Syndrom vorliegt. Die Aufklärung der
Schwangeren über das Ergebnis der Untersuchung biochemischer Marker und
dieBeratung darüber sind zu dokumentieren. Die Durchführung der
internen und externen Qualitätskontrolle in Anlehnung an die
Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung medizinischer
Laboratorien wird empfohlen.
3_3 Mögliche Gründe für eine gezielte, insbesondere invasive pränatale Diagnostik
sind
- erhöhtes Alter der Schwangeren,
- auffällige Serummarker,
- verdächtige sonographische Befunde (zum Beispiel dorsonuchales Ödem),
- pränatal diagnostizierbare Erkrankungen in der Familie,
- strukturelle oder numerische chromosomale Aberrationen bei einem Elternteil,
- Exposition
prä- und perikonzeptionell und postkonzeptionell der Mutter gegenüber
potentiell mutagenen, teratogenen und fetotoxischen Agenzien einschl.
ionisierender Strahlen,
- teratogen und fetotoxisch wirkende Infektionen der Mutter.
Das
Risiko einer Erkrankung oder Fehlentwicklung des Kindes infolge einer
prä- und perikonzeptionellen Exposition der Eltern und
postkonzeptionellen Exposition der Mutter gegenüber mutagenen,
teratogenen oder fetotoxischen Agenzien einschließlich infektiöser und
physikalischer (ionisierende Strahlen) Noxen wird meistens überschätzt;
es bedarf einer Beurteilung, beispielsweise durch Humangenetiker,
Toxikologen oder Arbeitsmediziner. Ungeachtet dieser fachlichen
Beurteilung sollte eine gezielte Ultraschalluntersuchung zur
Absicherung beitragen.
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