Die Mutterschaftsrichtlinien
sehen eine Reihe von vorsorglichen Maßnahmen in der normalen oder in
der Risikosschwangerschaft vor. Der Umfang entspricht nicht immer den
Vorstellungen einer unfassenden Betreuung.
Wir bieten
Ihnen einige zusätzliche Untersuchungen in der Schwangerschaft an,
welche wir für medizinisch sinnvoll halten oder aus unserer Erfahrung
heraus von den Patientinnen gewünscht werden. Diese Leistungen werden
gerne als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL) bezeichnet. Dazu gehören z.B.:
Routineuntersuchung
des Scheidensekretes auf Bakterien - den vergrünenden Streptokokken der
Gruppe B -, welche unter anderem für eine höhere Rate an vorzeitigen
Wehen und auch vorzeitigen Blasensprüngen verantwortlich gemacht werden.
Bestimmung
des Toxoplasmoseschutzes. Dieses ist ein Infektionserreger welcher
durch Tiere, speziell Katzen, rohes Fleisch und Rohmilchprodukte
übertragen werden kann. Bei Nichterkennen und Nichtbehandlung kann
dieser zu Fehlbildungen und einer höheren Rate von Fehl- oder
Frühgeburten führen. Bei festgestelltem Schutz sind nach der
Erstuntersuchung keine weiteren Maßnahmen notwendig. Sollte der Schutz
fehlen, sind zwei weitere Folgeuntersuchungen im Abstand von je 6 - 8
Wochen sinnvoll.
Durchführung
eines Blutzuckerbelastungstestes in der 25.SSW zur Erkennung einer
versteckten Blutzuckererkrankung der Mutter (Gestationsdiabetes). Bei
Nichterkennen besteht eine deutliche Gefährdung des Kindes durch eine
erhöhte Rate an Todesfällen in der Gebärmutter und an Komplikationen
unter Geburt oder nach der Geburt.
Durchführung eines TRIPLE-Tests. Blutentnahme bei der Mutter in
der 16.-18. SSW, welche dem Versuch das Risiko auf eine
Chromosomenstörung (z.B. Trisomie 21 - Mongolismus) bzw. auf einen
offenen Rücken einzuschätzen. Ein Computerprogramm erstellt Ihr
persönliches Risiko unter Berücksichtigung dreier Blutwerte: AFP
(Alpha-Feto-Protein), ß-HCG und freies Östriol (E3). Diese Methode
bietet lediglich eine Sicherheit von 65%. Bei auffälligen Werten wird
eine Fruchtwasseruntersuchung empfohlen. Die Häufigkeit dieses Testes
ist durch die Einführung der Untersuchung auf die Nackentransparenz
deutlich gesunken!
Die
Untersuchung auf die sogenannte Nackenfalte (Nackentransparenz) des
werden Kindes in der 12.-14. SSW. Diese Untersuchung schätzt mit sehr
hoher Sicherheit (>90%) das Risiko auf das Vorliegen einer
Chromosomenstörung (Überwiegend Trisomie 21) ab. Dazu gehört auch eine
Blutanalyse der Schwangeren.
Durchführung zusätzlicher Ultraschalle um durch die bildliche
Darstellung einen noch engeren Kontakt zum Kind zu bekommen. Ergänzend
wäre die Durchführung einer Doppleruntersuchung in der 22.-25. SSW, um
das Risiko auf die Entwicklung einer Schwangerschaftsgestose
abzugrenzen.
Live 3D Ultraschall = 4D Ultraschall. Mit neuester
Ultraschalltechnik können zum einen die werdenden Eltern schon ab der
18. Schwangerschaftswoche aufwärts Ihr Kind Live und photorealistisch
vor der Geburt ansehen. Zum anderen ermöglicht diese Form des
Ultraschalls eine bessere Diagnostik bei dem Verdacht auf eine
Fehlbildung des Kindes.
Wie
in vielen Bereichen sind diese Leistungen sinnvoll oder gewünscht, eine
Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt jedoch nicht.